Am letzten Tag des 24 Stunden Rennen 2009 am Nürburgring
bin ich auf dem Parkplatz am Brünnchen gestützt und habe mich mit
der Hand abgestützt in der ich meine Nikon D70 hielt. Dabei ist das Getriebe
des AF Antriebes kaputt gegangen.Objektive ohne eigenen AF-Motor funktionieren
nun nicht mehr mit dieser Kamera.
Die Kamera ist jetzt gute fünf Jahre alt und hat 125.000 Bilder geschossen.
Unter anderem alle Bilder hier auf dieser Seite ab dem Jahr 2003.
Da hat sie sich eine Bewertung verdient, quasi ein Langzeit-Testergebnis.
Ich habe mich damals für die D70 entschieden, weil sie im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten keinen billigen Eindruck vermittelte, obwohl sie die günstigste digitale SLR von Nikon war. Die D70 vermittelt die gleiche Qualität durch Material, Gewicht und Griffigkeit wie die größeren Modelle von Nikon. Auch das Gewicht war mir wichtig, bei den Fußmärschen rund um die Nordschleife ist man froh wenn die Ausrüstung nicht so schwer ist. Die D70 hat ein mittleres Gewicht, das wirkt stabilisieren während des fotografierens. Der Griff ist ordentlich ausgeformt, auch mit längeren Objektiven konnte ich bis 60/100 problemlos arbeiten.
Der AF ( Autofokus ) arbeitet sicher und verirrt sich selten. Nur mit dem Telekonverter mochte sie nie so richtig zusammen arbeiten. Ich arbeite meistens mit manueller Blende und automatischer Belichtung. Diese Kombination hat sich beim Motorsport sehr bewährt. Die komplizierteren Sachen wie Belichtungsfelder, AF Reihen usw. habe ich nie benutzt. Gerade in der Nacht beim 24 Stunden Rennen und tagsüber in den Boxen am Nürburging habe ich immer gut mit dem feststehenden 50/1:1,8 Objektiv arbeiten können. Die Möglichkeiten des Raw Formates habe ich nie genutzt, vor allem weil unter schlechten Lichtverhältnissen das Rauschen noch stärker wird.
Die neuen, kleineren oder gleichwertigen Modelle von Nikon
haben aber nach meiner Meinung ein zu kleines Gehäuse. Und das ist die
Nische die die D70 für mich gefüllt hat, die nächste Kamera
im Programm, die D300, ist schon wieder ein wenig zu groß und zu schwer.
Ich würde diese Kamera sofort wieder kaufen, sie hat meinen Ansprüchen
immer genügt und ist auch heute noch ausreichend im Bezug auf die Qualität
der Bilder.
Die Bedienung ist einfach, schnell zu erlernen und die Kamera kann sowohl
im vollautomatischen, als auch im vollmanuellen Modus benutzt werden. Der
permanente AF (AFC) und der permanente Belichtungsabgleich sollten eingeschaltet
sein. Die Bildoptimierungsfunkltionen habe ich nie benutzt, sie machen die
Kamera spürbar langsamer. Die Geschwindigkeit der Speicherkarte ist nur
unter Dauerfeuer von Bedeutung, die Kamera packt 6-8 Bilder in den eingebauten
Zwischenspeicher und überträgt die Bilder dann im Hintergrund auf
die Karte.
Robust ist die Kamera über alle Maßen, sie ist schon mehrmals heruntergefallen
ohne Schaden zu nehmen. Gut behandelt habe ich sie nie, wo sich Schutzkappen
oder Display Abdeckung befinden weis ich schon lange nicht mehr.
Beim Start des 24 Stunden Rennen 2007 stand sie so voll Wasser, das es für
eine Tasse Tee gelangt hätte. Zwar hat sie kurz den Dienst quittiert,
aber nach 10 Minuten im warmen war sie wieder voll einsatzbereit.
Besonders sollte man auch den Akku der D70 erwähnen,
der EN-EL3 hält 1500-1600 Fotos lang durch, mit ein wenig Schütteln
noch einmal hundert. Der originale Akku ist so alt wie die Kamera, seine Leistung
hat sich noch kein wenig verändert. Im Winter liegt die Kamera eingeschaltet
im Regal, oft mehrere Monate, ohne das sich der Ladezustand verändert.
Im gleichen Zusammenhang sollte man auf die Einsatzbereitschaft der D70 hinweisen,
besser gesagt aller Nikon Modelle die ich kenne. Die Kamera ist sofort da
wenn man sie einschaltet. Einschalten und Auslösen kann im gleichen Atemzug
erfolgen.
Die Kamera kam im Paket mit dem Nikon 18-70 1:3,5-4-5 DX, ein gutes und stabiles
Objektiv. Gut zwei Drittel der Bilder hat die Kamera allerdings mit dem 70-300er
von Nikon gemacht. Dieser 150 € Plastikrömmel hat ebenfalls immer
gute Arbeit geleistet und war qualitativ immer ausreichend. Am Freitag vor
dem 24 Stunden Rennen 2009 ist das gedruckte Kabel in dem Objektiv gebrochen,
das konnte ich noch einmal löten. Aber auch die Mechanik ist mittlerweile
verschlissen, dennoch, sein Geld hat es dicke verdient. Leider kann ich es
nicht durch das gleiche Modell ersetzten, Nikon hat es aus dem Programm genommen,
es gibt jetzt nur noch das teurere VR Modell.
Nachteile:
Sie hatte immer eine kleine Schwäche wenn das Licht rar war ( Rauschen
), allerdings habe ich mit ihr in manueller Einstellung auch tolle Bilder
bei Musikkonzerten gemacht. ISO 100 hat mir hin und wieder gefehlt, bei strahlendem
Sonnenschein hat die Kamera manchmal Probleme die Belichtung ausreichend nach
unten zu drücken, da ich gerade beim fotografieren von Rennautos lieber
eine niedrigere Belichtungszeit benutzte um die Bewegung durch den verwischten
Hintergrund mit in das Bild zu nehmen.
Schäden:
So ab dem 50.000 Bild war der Ein, -Ausschalter defekt. Das störte allerdings nie, die Kamera war eben immer an.
Seit dem 100.000 Bild hat sie hin- und wieder einmal über
die Speicherkarten gemault, die Karte neu in den Slot zu schieben hat das
Problem immer behoben. Der Speicherkartenfehler hatte sich allerdings in letzter
Zeit gehäuft, auch hat die Kamera dadurch zweimal die Karten gelöscht.
Es gibt allerdings Reparaturwerkstätten die dieses Problem für 150,00
€ lösen ( Austausch des Slotmodules )
Eigentlich ist es Schade um die D70, sie ist momentan komplett
zerlegt, falls ich sie wieder zusammen bekomme kann man sie immer noch mit
dem DX Objektiv benutzen.
Nach eigentlich kurzer Überlegung habe ich auch wieder eine gebrauchte
D70 ersteigert, die D300 ist immer noch völlig unnötig für
meine Ansprüche, auch wenn es eine wirklich tolle Kamera ist.
Michael Barthels